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Led Zeppelin “In Through The Out Door”

Led Zeppelin - In Through The Out Door

Original Release:
15. August 1979

Label:
Swan Song Records

Studio Discographie Led Zeppelin:

1969: Led Zeppelin
1969: Led Zeppelin II
1970: Led Zeppelin III
1971: Led Zeppelin IV
1973: Houses Of The Holy
1975: Physical Graffiti
1976: Presence
1979: In Through The Out Door
1982: Coda

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TRACKLISTING CD 1:

In The Evening
South Bound Saurez
Fool In The Rain
Hot Dog
Carouselambria
All My Love
I’m Gonna Crawl

TRACKLISTING CD 2:

In The Evening (Rough Mix)
Southbound Piano (Rough Mix)
Fool In The Rain (Rough Mix)
Hot Dog (Rough Mix)
The Epic (Carouselambria) (Rough Mix)
The Hook (All My Love) (Rough Mix)
Blot (I’m Gonna Crawl) (Rough Mix)

Note:

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Time:

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Ich gestehe, die große LED ZEPPELIN Ära war für mich vorbei nach dem exzellenten Doppel Album „Physical Graffiti“, das für mich noch heute zu einem der besten Rock Alben aller Zeiten und auch als eines der besten Doppel Alben aller Zeiten zählt, das zudem noch mit einem phantastischen Cover Artwork ausgestattet worden ist. Der Nachfolger „Presence“ war einfach nur ein langweiliger Aufguss alter Zeiten gewesen – zudem noch mit einem Gitarristen Jimmy Page in unterirdischer Form. „In Through The Out Door“ ist seinerzeit (1980) an mir fast spurlos vorüber gegangen. Ja, ich hatte mir die in Papierfolie eingetütete Platte natürlich gekauft, zwei oder dreimal angehört und dann ins Regal gestellt und dort blieb sie auch unangetastet stehen über all die Jahre. „Coda“ (erschienen 1982) hatte ich mir sogar zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gar nicht geholt.

Im Zuge der Remasterungs-Welle habe ich mir jetzt also vorgenommen, „In Through The Out Door“ (und „Coda“) nochmals in all seiner Herrlichkeit als komplettes Remaster-Deluxe-Editions-Mönsterchen wieder zu entdecken. Wer (von den Jüngeren) LED ZEPPELIN noch gar nicht kennt, sollte vielleicht sogar mit diesem Album beginnen und die Diskographie nach vorne chronologisch abarbeiten, um sich die wahren Highlights für ganz später aufzusparen. Der Auftaktsong „In The Evening“ plätschert knapp 7 Minuten ohne grössere Höhepunkt zu seinem Ende. „South Bound Saurez“ kommt als ein grooviger Boogie-Rock’n’Roll , „Fool In The Rain“ ist immer noch eine tolle Klon-Kopie, die seinerzeit wohl – was Musik, und Arrangement betraf - vom internationalen Hit „Escape (The Piña Colada Song)“ (von RUPERT HOLMES) beeinflusst worden war. Heute finde ich den Song ganz amüsant und bewerte ihn daher etwas anders – mit genügendem Zeitabstand. Für LZ zum damaligen Zeitpunkt auf jeden Fall eine recht ungewöhnliche poppige Nummer, von der ich aber weiss, dass sie vielen Fans nicht gefallen hat. Der Samba-Bossa-Teil am Ende des Stücks - hmm..., na, ja – da bin ich auch heute noch irgendwie ratlos, was das sollte. Der Rockabilly „Hot Dog“ zeigte schon die Richtung an, die Plant & Page kurz während ihrer Liaison mit Jeff Beck auf der EP „Volume One“ einschlagen sollten. Es blieb leider nur bei dieser einen EP der „Honeydrippers“.

Carouselambra“ ging dann schon wieder eher – vor allem gegen Ende - in die Richtung Oldschool-LZ, hat mir 1980 gut gefallen. Auch wenn das synthiepoppige Keyboard-Solo am Ende für Erheiterung gesorgt hat. Der Synthie-Sound in „All My Love“ klingt heute noch billiger als damals, für mich damals beispielhaft für den kompositorischen Abgesang von LZ – ein Stück, dass besser auf die zahlreichen Pop-Eier-Platten von „Phil Collins“ gepasst hätte. Und heut könnt Ihrs ja zugeben: Den Solo hat nicht JOHN PAUL JONES gespielt, sondern die italienische Tanzbären-Gruppe RICCHI E POVERI, oder? Für mich wirklich einer der schauderhaftesten LZ-Songs aller Zeiten. Auch der Pop-Walzer „I’m Gonna Crawl“ wirkt heute wie ein glücklicher Zwidder aus bluesiger Ballade und Billig-Casio-Keyboard-Tönen. Unverständlich, dass man das (eigentlich gute) Stück bisher nicht noch einmal mit heutiger Studiotechnik neu aufgelegt hat.

Fans sind natürlich auch auf die Bonus Disc gespannt, die zwar keine neuen Erkenntnisse bietet oder bisher unveröffentlichte neue Songs beinhaltet, dafür aber die 7 unbearbeiteten „Rough Mixes“ des Original Albums, teils noch mit dem damaligen ursprünglichen Arbeitstitel ausgestattet. Klangtechnisch nicht ganz so überproduziert, bei „Fool In The Rain“ kommen vor allem die akustischen Gitarren etwas besser zur Geltung, der im Studio Original vorherrschende Oktav Sound der MXR Blue Box (Effektfußgerät für Gitarristen) ist nicht ganz so stark ausgeprägt, der damals als B-Seite der Single veröffentlichte Rock’n’Roll „Hot Dog“ offenbart in seiner ursprünglichen Version etwas mehr Roots-Feeling. „Carouselambra“ trug damals noch den Arbeitstitel „The Epic“ – Insider wissen, dass Keyboarder JONES den Song damals auf dem „Yamaha GX-1“ Synthesizer gespielt hat, den er von Keith Emerson bekommen hatte nach der Auflösung des Trios „Emerson, Lake & Palmer“. Und das finale “Blot” (aka “I’m Gonna Crawl” war atmosphärisch sogar dran an den langsamen Blues-Nummern der ersten beiden Alben. Ein würdiger Abschluss der Led Zeppelin-Discographien-Historie.

FAZIT: Ich stehe dazu – die Ideen waren LED ZEPPELIN damals ausgegangen und nach ihrer 2-3 Jahren Konsolidierungspause ist noch heute zu erkennen, dass sich die damaligen Musiker der Band ideologisch und musikalisch weiter (und bandtechnisch auseinander) entwickelt hatten. Und allem Hype um die Band zum Trotze: In Through The Out Door” war neben „Presence“ eines der langweiligsten Studio Alben der Band. Musik und Sound hatten sich verändert. Bei Robert Plant war schon die Richtung zu spüren, die er einige Zeit (ab 1982) später auf seinen (guten) Solo Alben einschlagen und verfestigen sollte – Page ging ja dann mit dem ehemaligen „Free“ und „Bad Company“-Sänger Paul Rodgers die Verbindung „The Firm“ ein. Ein Jahr später ist Gründungsmitglied JOHN BONHAM (Schlagzeug) gestorben und danach war sowieso nichts mehr, wie es mal gewesen war – bezüglich der Band-Historie. Für Fans ist diese Remaster-Version vor allem als Super-Deluxe-Edition natürlich unverzichtbar aufgrund der Bonus Disc und eines tollen Fotobüchleins.

Personelle Besetzung:

Robert Plant (Vocals)
Jimmy Page (Gitarren, Gizmotron)
John Paul Jones (Bass, Keyboards, Mandoline)
John Bonham (Schlagzeug, Perkussion)

Produzent: Peter Grant

Veröffentlichung des Remasters: 31. Juli 2015

Verfügbarkeit: CD & 2-CD & Vinyl & 2-Vinyl & Digitales Album

Info zu den diversen Album Cover Artwork Editionen:
http://www.zeppelincollectables.com/pages.php?pageid=3

KAUFEMPFEHLUNG:    KKKKKKKKKK (2,062)

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