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Gavin Harrison & Ø5Ric “The Man Who Sold Himself”

Gavin Harrison And 05Ric - The Man Who Sold Himself

Infos:

Gavin Harrison
(drums, percussion, piano, guitar, bass)
GH ist u. a.  für die Bands “King Crimson”, “Porcupine
Tree” sowie für die italienischen Songwriter Franco
 Battiato und Claudio Baglioni aktiv gewesen.

Ø5Ric
(extended bass, vocals, guitar)
Ric Byer (der Geburtsname von Ø5Ric) aus der
 englischen Grafschaft Devon hat bisher neben
 Aktivitäten mit Gavin Harrison auch schon mit den
 Musikern Markus Reuter und Mike Outram gespielt.

#xxx

01.
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04.
05.
06.
07.
08.
09.
10.

TITELVERZEICHNIS:

Prize
Identitas
The Man Who Sold Himself
Own
Body Temple
107
Wherewithal
Awake
Illusion
Way

Time:

04:08
05:06
03:24
02:50
05:10
03:24
04:53
04:06
06:05
02:53

 

 

Nicht der Stoff, aus dem die Träume sind, ha, ha. Ne - Quatsch, das hier vorgestellte Album ist absolut nichts wie „normale“ Radiohörer, also Konsumenten der Dumpfbackensender „Antenne Was-Weiß-ich“ oder „Radio-Ding-Dong“ und wie sie alle heißen. Wer auf die Musik von „Dream Theater“ abkann, aber noch eine gehörige Schippe an expressionistischer Individualität und nonkonformem Avantgardismus drauflegt, der sich sollte sich das Vergnügen gönnen, einmal hinein zu hören in „The Man Who Sold himself“. Um den Titel beim Wort zu nennen – das hat GAVIN HARRISON mit Sicherheit nicht getan – und wenn, dann hat er höchstens wie der gute Robert Johnson an der legendären nächtlichen Kreuzung dem Teufel seine Seele verkauft, damit er ihm diese abgefahrenen Arrangements und Ideen eingibt. „King Crimson“ trifft es dann schon eher ein bißchen, denn dort war der Schlagzeuger auch mal beschäftigt worden – Zappa meets Strawinsky meets Pere Ubu meets wiederum Stockhausen – beschreibt am ehesten, was hier passiert. Ein Solo-Album, wie es eigentlich nur ein Drummer konzipieren kann. Aber der Musiker war nicht alleine, geholfen hat der „Songwriter“ und Multinstrumentalist Ø5Ric (im Auftakt „Prize“ hat Gary Sanctuary die Keyboards bedient) und gemeinsam heben sie das Subgenre Progressive Rock auf ein nächsthöheres Level, das Bands wie „Genesis“ oder ”Asia” – so hart es sich anhört - zu Kindergartenbands für Prog-Senioren degradiert. Das Problem beim Prog Rock ist, dass es sich hierbei um ein entwicklungsfähiges Genre handeln sollte und was eine Band vor zwei Jahren gespielt hat, ist heute schon kalter Kaffee und dann möchte ich die nächste Clearing-Stufe erreichen. Es ist die dritte Zusammenarbeit der beiden Musikder nach dem 2007er Album „Drop“ und dem 2009er „Circles“. Was Ø5Ric treibt, ist ein wahres Fest vor allem für Saitenfetischisten (Gitarre, Bass) und ansatzweise vergleichbar mit den Schlagern von Musikern wie „Buckethead“, „John5“ und „Tyler Bates“ (der Gitarrist von „Marilyn Manson“) – das artistische „G-Spot“-Album von Zappa fällt mir auch noch ein. Aber nicht nur musikalisch passiert viel, auch was die Texte betrifft, lässt man sich aus über globale Krisen und egoistische Habgier, die durch zwangshafte Produktivität über den ewigen Hang zu überflüssigen und sinnlosen Optimierungen bis zu destruktiven Verhaltensformen führt. „Body Temple“ – der Gesang vor allem – erinnert an die letzten Songs von David Bowie, als dieser nicht mehr am schnöden Mainstream-Pop der 80er und 90er interessiert gewesen ist.

Musik, die eigentlich hauptsächlich für Außerirdische konzipiert worden ist, weil nur diese diesen Stoff so richtig checken. Gut, ein paar irdische musikverrueckte gibt es sicherlich überall versteckt – das sind die einsamen Charaktere, die ihr Wissen mit niemandem teilen können, weil es Andersgläubige einfach nicht verstehen (wollen). Die beiden Virtuosen experimentieren wie im Highlight “Illusion” mit wild durcheinander gemischten Kadenzen und Rhythmen und scheuen sich auch nicht, weltmusikalische Gamelan-Exklusivitäten zu verarbeiten (siehe auch das Interview bei diesem Link: https://youtu.be/4NlO25zmzeo )

Veröffentlichung: 27. Februar 2012

Verfügbar: CD & digitales Album (TT: 41:58)

Label: Kscope Music - Web: www.kscopemusic.com

Für Fans von: Robert Fripp - Adrian Belew - Bill Frisell

Web: http://www.gavharrison.com/ & https://05ric.bandcamp.com/

KAUFEMPFEHLUNG:    KKKKKKKKKK (1,900)

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